worldwatchers Verpackungscheck

 — 
4
 Min read
 — 
April 6, 2021

Wie Einwegverpackungen das Klima schädigen

Das Thema Verpackungsflut wird in erster Linie mit Umweltverschmutzung, Plastikteppichen auf dem Meer und  Nanopartikeln in den Nahrungsketten in Verbindung gebracht. Die CO2-Experten von worldwatchers haben sich dem Thema nun unter dem Klimaaspekt angenommen.

107 kg Einweg-Verpackungen, die ausschließlich auf privaten Konsumzurückzuführen sind, landen im Schnitt auf dem Konto jedes Deutschen. Diedaraus resultierende Müllproblematik wird vor allem mit der augenfälligen undbesorgniserregenden Plastikflut bis in die entlegensten Winkel des Planeten verbunden.Dem Aspekt, wie sich die gängige Verpackungspraxis auf das Klima auswirkt, wurdebis dato weniger Aufmerksamkeit zuteil. Aus diesem Grund hat sich dasKlimastartup worldwatchers dem Thema angenommen.

Im Durchschnitt betrachtet liegt der CO2-Ausstoß über alleEinwegverpackungsarten hinweg noch einmal mehr als 10% über dem Eigengewichtder Verpackungen selbst, bei etwas über 120kg. Das klingt erst einmal nicht allzu viel. Bezogen auf das Pariser Klimaziel für 2030, das bei 2.500 kg proPerson und Jahr und in Summe für sämtliche Lebensbereiche liegt, sind das schonfast 5% des gesamten CO2-Jahresbudgets. Ohne das wirklich ein nachhaltiger Nutzendaraus resultiert.
Aus diesem Grund hat sich worldwatchers die verwendeten Materialien imEinzelnen angesehen, um mögliche Einsparpotentiale aufzudecken und einBewusstsein für mögliche Verhaltensänderungen zu schaffen.

 

Der „Spitzenreiter“ im Ranking der Klimasünder sind Verpackungen aus Aluminium,mit dem Faktor 7,5, gefolgt von Weißblech, das mit etwas über dem 3-fachenseines Eigengewichts zu Buche schlägt. Auf Platz 3 folgen die Kunststoffverpackungen,die je nach Herstellprozess den Faktor 1,75 (Joghurtbecher) und 2,38(Frischhaltefolie) aufweisen. Glas liegt hingegen – entgegen der landläufigenMeinung „energieintensiver Herstellprozess“ = besonders klimaschädlich -  mit den papierbasierten Verpackungen (inkl.Tetrapaks) - am unteren Ende des „Verpackungs-Klimarankings“. Bei beiden entsprichtdie Klimawirkung aber immer noch gut der Hälfte des Eigengewichts.

Anlässlich der nahenden Oktoberfestsaison wagen wir einen Blick auf das subjektiv wichtigste Getränk der Deutschen: Eine 0,5l Getränkedose aus Aluminium 0,5l bringt es mit 16g Eigengewicht auf einen CO2-Footprint von 120g je Dose. Bei einem Konsum von 5 Dosen pro Woche macht das pro Jahr stolze 31,2kg CO2. Die Herstellung des Biers, Transport, Lagerung und Kühlung sind hierbei noch gar nicht berücksichtigt. Das schnelle Getränk von der Tanke oder vom Discounter sorgt also nur über die Verpackung schon für die Emission 1,25% des CO2-Ziels für 2030. Im Vergleich dazu: Für eine Glas-Mehrwegflasche würde bei gleichem Verbrauch nur ein Zehntel davon veranschlagt.

 

Fazit von worldwatchers: Augen auf auch bei der Wahl der Verpackungsart. Frische unverpackte Lebensmittel sind die erste Wahl, Glas und Papier vor Metall und Kunststoff. Und wenn verpackt, dann am besten Mehrwegverpackungen.

 

Berechnungsmethode: Die CO2-Werte beruhen auf einer cradle to grave (von der Wiege zur Bahre) Betrachtung. Das bedeutet, dass alle Umwelteinflusse des Produktes von Rohstoff, Herstellung über Verbrauch und Entsorgung bewertet werden.

München, August 2020

Du magst den Artikel? Spread the word